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Papiermühlen
Mit insgesamt 7 bzw. 10 (?) Mühlen sind die Papiermühlen mit Abstand die häufigsten Gewerbemühlen in Lauenburg. Die Lauenburgische Papiermühlengeschichte beginnt schon im Jahre 1428 in Hoenhagen, dem heutigen Mannhagen, also hundert Jahre vor dem ersten nachweisbaren Buchdruck Johan Balhorns in Lübeck (1527). Buchdruck wie auch steigender Verbrauch in der Verwaltung führten um 1600 zu stätig anwachsendem Bedarf an Papier im Hamburg-Lübecker-Raum. So wurden zwischen 1580 und 1640 allein acht Papiermühlen auf heutigem Kreisgebiet begründet. Bäk (1586), Groß Grönau (um 1580), Aumühle (um 1600), Rondeshagen (ca.1620) und Kastorf (ca. 1615).

Von den 10 Papiermühlen ist lediglich die Aumühler Papiermühle eine herzögliche Gründung, die dann 1661 durch die Farchauer ergänzt wird. Die drei bedeutensten Papiermühlen: Mannhagen, Bäk und Hollenbek befinden sich auffälligerweise alle auf exterretorialem Gebiet unter lübecker Einfluß.

Die fünf Gründungen durch adlige Grundherren kommen kaum über die Mitte des 17. Jahrhunderts hinaus und wurden wohl auch deshalb von der bisherigen Forschung völlig vergessen. Und nur von der Kastorfer Papiermühle ist bekannt, dass sie wegen Unwirtschaftlichkeit wieder aufgegeben wurde.

Die Farchauer Mühle ist als Folgemühle der Bäker Mühle zu sehen.

 Standort 
 gegründet aufgelöst Terretorium
 Mannhagen (Hönhagen)
 1428 1854 meckl.
 Bäk 1586 1661 meckl.
 Ratzeburg - Farchau 1661 1861 Amt RZ
 ? Groß Grönau
 ca. 1580
 1673 (?)
 adl. Gericht / Amt RZ
 Aumühle 1598 1758 Amt Schwarzenbek
 ? Mustin
 1589
 vor 1643
 adl. Gericht /Vorwerk Amt RZ
 Rondeshagen vor 1631 noch 1643 adl. Gericht
 Kastorf vor 1636
 1685
 adl. Gericht
 ? Gülzow
 um 1600
 um 1650
 adl. Gericht
 Gudow/Sarnekow vor 1662 vor 1662 adl. Gericht
 Behlendorf OT Hollenbek 1706 1861 lübsch


Hammer-, Kupfer-, Draht- u. Messingmühlen
In den Kupfermühlen wurde das durch Rösten von Verunreinigungen befreite Kupfererz zu gängigen Handelswaren, wie z.B. Blechen, Drähten aber auch Kessel und Töpfe, verarbeitet. Aus heutiger Sicht erstaunt es im ersten Moment doch sehr, ausgerechnet hier zwischen Hamburg und Lübeck so viele Kupfermühlen anzutreffen, liegen die Erzabbaugebiete wie Schweden und Ungarn doch weit entfernt. Der Hauptgrund ist in der bedeutenden Rolle der beiden Hansestädte im Kupferhandel zu suchen. So bauten besonders die Hamburger Kaufleute im 17. und 18. Jahrhundert ihren Markanteil am europäischen Kupferhandel immer weiter aus und förderten den Ausbau der Kupferindustrie, die im Vergleich zu anderen Industriezweigen nicht Zunftabhängig war.

 Standort 
 gegründet aufgelöst Terretorium
 Bäk 2.
 1581
 1867 meckl.
 Bäk 3.
 1661
 1867 meckl.
 Bäk 4.
 1700 1867 meckl.
 Bäk 5.
 vor 1590
 1867 meckl.
 Bäk 6.
 1621
 1867 meckl.
 Bäk 7.
 1621
 1867 meckl.
 Mannhg./Hammer 3. "Obere"
 1593
 1674
 meckl.
 Mannhg./Hammer 4. "Untere"
 1563
 noch 1857
 meckl.
 Mannhg./Hammer 5. Messingmühle
 1695
 noch 1696
 meckl.
 Aumühle 5. „Obere“ nach 1620 1838 Amt Schwarzenbek
 Aumühle 4. „Untere“ nach 1620 1838 Amt Schwarzenbek
 Anker 1593   ca. 1627  Amt Ratzeburg
 Farchau  ?
  vor 1661  Amt Ratzeburg
 Gudow/Sarnekow
  vor 1662  vor 1662 adl. Gericht



Pulvermühlen
Pulvermühlen dienen zum zermahlen von Holzkohle für die Herstellung von Schießpulver (auch Krautmühle genannt).

 Standort 
 gegründet aufgelöst Terretorium
 Bäk
 1588
 1621 meckl.
 Farchau
 1575
 noch 1611
 Amt Ratzeburg
 Aumühle 8.
 1771

 Amt Schwarzenbek



Walkmühlen
Das von Webstühlen produziertes Wollgewebe (Loden) wird in der Walkmühle in Bottichen durch Holzhämmer, die über eine Welle und eine am Wellendrehpunkt gelagerte Schwinge von einem Wasserrad angetrieben werden, gewalkt, also gestaucht, verdichtet und geklopft, bis ein verfilzter Stoff entsteht, der die gewünschten wärmenden und regen- und windabweisenden Eigenschaften hat. Durch Druck, Wärme und die Zugabe einer Walkflüssigkeit (z.B. Tonerde in heißem Wasser gelöst) quellen die Gewebefasern auf, verfilzen und die Weblöcher schließen sich. Walkmühlen sind eng mit dem Tuchmachergewerbe verbunden. Sie dienen zur Veredelung von Stoffen. 

 Standort 
 gegründet aufgelöst Terretorium
 Bäk vor 1590
 vor 1590
 meckl.
 Römnitz vor 1586 noch 1871
 meckl.
 Ratzeburg 1851 ca. 1900
 Stadt Ratzeburg
 Farchau
 1581
 1724
 adl. Gericht / Amt RZ
 Mannhg. Hammer 3.
 vor 1575
 1593 meckl.
 Anker 1727
 um 1770
 Amt Ratzeburg
 Mölln vor 1350
 1834
 Stadt Mölln
 Ritzerau 17. Jhdt.
  lübsch
 Gudow/Sarnekow 17. Jhdt.
 
 adl. Gericht
 ? Behlendorf
  ? 1698  lübsch


Sägemühlen

 Standort 
 gegründet aufgelöst Terretorium
 Boden 1.
  vor 1632
  1681
 Amt Steinhorst
 Lauenburg  1624
  ?
 Stadt Lauenburg
 Ratzeburg  um 1900
 Stadt Ratzeburg
 Ratzeburg
 1842 1902
 Stadt Ratzeburg
 Aumühle 6.
 1604
  noch 1681 Amt Schwarzenbek


Ölmühlen
In einer Ölmühle wird aus Pflanzenteilen wie Raps-, Mohn- oder Leinsamen Pflanzenöl gewonnen. Die entsprechende Berufsbezeichnung ist Ölmüller. Abhängig von den jeweils zu verarbeitenden Ölfrüchten beginnt die Ölgewinnung zunächst mit dem Zerkleinern bzw. Zerquetschen der Saaten. Die Samen werden in der Schrotmühle geschrotet bzw. gequetscht. Im Gegensatz zu Getreidemühlen findet hierbei aber kein Mahlvorgang statt. Die Samen werden im ersten Arbeitsschritt von zwei Mahlsteinen, dem sogenannten Kollergang, zerrieben. Danach wird der Brei unter Umständen erwärmt, in ein Tuch geschlagen und ausgepresst.

 Standort 
 gegründet aufgelöst Terretorium
 Farchau
 1865
  noch 1871
 Amt  Ratzeburg
 Lauenburg (Palmmühle)
 1850
 1897
 Amt Lauenburg
 Roseburg
 1826

 adl. Gericht Wotersen
 Mannh./Hammer 3.
 1854
 noch 1877
 meckl.
 Anker 4.
 1728
 1889 Amt Ratzeburg


Lohmühlen
Eine Lohmühle ist eine Stampfmühle, in der Eichenrinde zum Gerben von Leder, die sogenannte Lohe, zerkleinert wird.

 Standort 
 gegründet aufgelöst Terretorium
 Bäk 7.
 1588
  1621
 meckl.
 Aumühle 2.
 
 
 Amt Schwarzenbek
 Farchau 4.
 1865 noch 1871
 Amt RZ
 Mölln "Stadtmühle"
 vor 1760

 Stadt Mölln
 Mölln WM
 vor 1861
  Stadt Mölln
 Kollow 1863

 adl. Gericht Gülzow
 Ratzeburg 1842
  1902
 Stadt Ratzeburg